Ihre Pflanze lässt die Blätter hängen, hat gelbe Blätter oder sieht einfach nicht gesund aus. Aber woran liegt das? Zu viel Wasser, zu wenig Licht, alte Blumenerde oder vielleicht ein Nährstoffmangel?
In diesem Blog helfe ich Ihnen Schritt für Schritt, die richtige Ursache zu finden, damit Sie nicht einfach irgendetwas ausprobieren.
Das Wichtigste zuerst: Warum Raten fast nie hilft
Viele Beschwerden ähneln sich. Gelbe Blätter können durch Wassermangel, Lichtmangel, Nährstoffmangel, die Topfgröße oder sogar Schädlinge verursacht werden. Greift man sofort zu Nährstoffen, wenn die Wurzeln bereits halb verfault sind, verschlimmert man das Problem nur. Deshalb arbeiten wir mit einer festen Reihenfolge.
- Wasser
- Licht
- Topf und Blumenerde
- Stromversorgung
Dadurch wird verhindert, dass Sie den falschen Knopf drehen.
Schritt 1: Schau dir das Wasser an
Stelle die Pflanze hin, greife den Topf und benutze deine Finger. Keine komplizierten Messungen erforderlich.
Anzeichen für unzureichende Wasserversorgung
- Die oberste Schicht der Blumenerde ist knochentrocken und weht.
- Der Wurzelballen löst sich vom Topfrand.
- Die Blätter hängen schlaff herunter und fühlen sich trocken oder papierartig an.
- Die Ränder können spröde werden und sich braun verfärben.
- Nach dem Gießen erholt sich die Pflanze oft schon innerhalb weniger Stunden sichtbar.
Lösung : Gießen Sie vorsichtig, bis das Wasser unten aus dem Topf abläuft, und lassen Sie den Wurzelballen das Wasser wieder aufnehmen. Wiederholen Sie dies, sobald der Wurzelballen so trocken ist, dass das Wasser sofort abläuft. Gießen Sie anschließend regelmäßig.
Anzeichen für zu viel Wasser
- Die Blumenerde fühlt sich immer nass oder matschig an
- Der Topf ist spürbar schwer
- Die Blätter hängen schlaff herunter, fühlen sich aber weich und manchmal matschig an.
- Es können gelbbraune Flecken auftreten
- Manchmal geht ein muffiger Geruch um den Topf herum ein.
Lösung : Lassen Sie die Blumenerde vollständig austrocknen. Nehmen Sie die Pflanze gegebenenfalls vorsichtig aus dem Übertopf, überprüfen Sie die Wurzeln und entfernen Sie faule Stellen. Gießen Sie erst wieder, wenn die oberste Erdschicht deutlich trocken ist.
Wenn Ihre Pflanze in einem dekorativen Topf ohne Abflussloch steht, achten Sie stets darauf, dass der Innentopf Löcher hat und gießen Sie überschüssiges Wasser aus dem Außentopf ab.
Schritt 2: Betrachte das Licht
Wenn das Wasser in Ordnung zu sein scheint, schauen Sie sich den Standort an.
Anzeichen für zu wenig Licht
- Die Pflanze wächst kaum oder nur zum Fenster hin.
- Die neuen Blätter sind kleiner und sitzen weiter auseinander am Stängel.
- Die Farbe wird blasser und weniger intensiv grün.
- Bei panaschierten Pflanzen verschwinden helle oder farbige Teile zunehmend.
Lösung : Stellen Sie die Pflanze näher ans Fenster, aber nicht in die direkte Mittagssonne. Viele Zimmerpflanzen gedeihen am besten bei hellem, indirektem Licht.
Anzeichen für zu viel direkte Sonneneinstrahlung
- Blasse, fast weiße Flecken auf dem Blatt
- Braune, trockene Flecken, die Verbrennungen ähneln
- Blätter, die auf der Fensterseite hart und knusprig werden
- Die Pflanze trocknet viel schneller aus als zuvor.
Lösung : Stellen Sie die Pflanze etwas weiter vom Fenster entfernt auf oder sorgen Sie mit einem Vorhang für gefiltertes Licht. Gießen Sie die Pflanze außerdem ruhig und gleichmäßig.
Schritt 3: Schau dir den Topf und die Blumenerde an.
Sind Wasser und Licht in Ordnung, aber Ihre Pflanze sieht trotzdem nicht gesund aus? Dann ist es Zeit, die Grundlagen zu überprüfen.
Anzeichen dafür, dass der Topf zu klein ist
- Wurzeln wachsen aus den Abflusslöchern
- Der Wurzelballen ist beim Herausheben der Pflanze aus dem Topf fast vollständig weiß.
- Die Blumenerde trocknet extrem schnell aus.
- Die Pflanze hat kaum noch Platz zum Wachsen.
Lösung : Topfen Sie die Pflanze in einen etwas größeren Topf um. Verwenden Sie gute Blumenerde.
Anzeichen dafür, dass die Blumenerde erschöpft ist
- Die Pflanze steht schon sehr lange in derselben Blumenerde.
- Der Boden wirkt kompakt und weich, fast wie ein Block.
- Das Wasser fließt schnell hindurch, ohne richtig absorbiert zu werden.
- Die Pflanze reagiert kaum noch auf Wasser.
Lösung : In frische, luftige Blumenerde umtopfen. Das allein kann viele Probleme lösen.
Schritt 4: Liegt das Problem in der Ernährung?
Erst wenn Wasser, Licht und Blumenerde stimmen, sollte man über Nährstoffe nachdenken.
Typische Anzeichen eines möglichen Nährstoffmangels sind:
- Die Pflanze steht schon lange im selben Topf und erhält selten oder nie Nährstoffe.
- Die Pflanze wächst zwar, bleibt aber dünn und farblos.
- Neue Blätter bleiben kleiner, als Sie es gewohnt sind.
- Die Pflanze blüht weniger üppig als zuvor.
Geben Sie der Pflanze anschließend einen guten, vollwertigen Pflanzendünger gemäß den Anweisungen auf der Verpackung und achten Sie in den folgenden Wochen besonders auf das neue Wachstum.
Eine schnelle Diagnose in dreißig Sekunden
Wenn Sie sich noch unsicher sind, stellen Sie sich diese Fragen.
Ist die Blumenerde nass oder knochentrocken?
Nassheit deutet eher auf ein Wasserproblem, Fäulnis oder mangelnde Drainage hin. Knochentrockenheit hingegen deutet auf unzureichende Wasserversorgung oder einen zu kleinen Topf hin.
Wie ist die Pflanze im Verhältnis zum Fenster positioniert?
Weit entfernt und dunkel deutet auf Lichtmangel hin. Direkte Sonneneinstrahlung birgt die Gefahr von Sonnenbrand.
Wie alt ist die Blumenerde?
Ein alter, verdichteter Boden in Verbindung mit einer langen Düngerpause deutet auf ausgelaugten Boden und Nährstoffmangel hin.
Bekommt die Pflanze seit Monaten nur Wasser?
Eine zusätzliche Düngung während der Wachstumsperiode ist dann fast immer eine gute Idee.
Mit diesen Fragen kann man in kurzer Zeit viel erreichen.
So halten Sie Ihre Pflanzen mühelos gesund
Wenn Sie nicht erst dann eingreifen, wenn Ihre Pflanze kümmerlich aussieht, sondern sich an eine einfache Routine halten, können Sie viele Probleme vermeiden.
- Regelmäßig gießen und die Blumenerde immer mit dem Finger prüfen.
- Sorgen Sie für einen Standort mit ausreichend Licht, ohne dass die Pflanze verbrennt.
- Alle paar Jahre in frische Blumenerde und einen geeigneten Topf umtopfen.
- Sorgen Sie während der Wachstumsperiode für eine vollständige und zeitgerechte Nährstoffversorgung der Pflanzen.
- Achten Sie besonders auf die jungen Blätter, sie zeigen am besten, wie es um die Dinge steht.
Sollten Sie feststellen, dass Ihre Pflanze trotz ausreichend Wasser, Licht und Blumenerde schwach und dünn bleibt, können Sie mit der Optimierung der Nährstoffversorgung beginnen und auf den ersten Blogbeitrag über Nährstoffmängel zurückgreifen.