Gelbe Blätter, schlaffe Stängel oder Flecken auf den Blättern. Oft handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um einen einfachen Nährstoffmangel. Dieser Blogbeitrag erklärt, wie Sie die Anzeichen erkennen und was Sie dagegen tun können, bevor Ihre Pflanze ernsthaft Schaden nimmt.
Warum benötigen Zimmerpflanzen zusätzliche Nährstoffe?
In der Natur können Pflanzen ständig neue Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Im Topf ist das anders. Die Wurzeln haben nur Zugang zu einer kleinen Menge Erde, und die darin enthaltenen Nährstoffe werden langsam aufgebraucht.
Wenn Sie nur gießen, spülen Sie die letzten Nährstoffreste aus der Blumenerde aus. Pflanzendünger füllt diese Nährstoffspeicher wieder auf, damit Ihre Pflanze gesund weiterwachsen kann.
Häufige Anzeichen eines Nährstoffmangels
Viele Pflanzen zeigen ähnliche Symptome, die auf ein Problem hindeuten, aber nicht jedes Symptom bedeutet dasselbe. Achten Sie besonders auf diese allgemeinen Anzeichen.
- Die Pflanze wächst kaum noch, die Wachstumsperiode ist vorbei.
- Neue Blätter bleiben klein oder verformt
- Die Farbe des Blattes verändert sich, zum Beispiel zu einem helleren Grün oder Gelblich
- Die Blattränder trocknen aus oder verfärben sich braun
- Die Blätter fallen vorzeitig ab
- Die Pflanze blüht weniger üppig oder gar nicht.
Wenn Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken, schauen Sie sich die spezifischen Symptome pro Nährstoff genauer an.
Stickstoffmangel: langsames Wachstum und hellgrüne Blätter
Stickstoff ist einer der wichtigsten Nährstoffe für Ihre Pflanze. Er sorgt für gesundes Wachstum und kräftige, grüne Blätter. Bei einem Mangel treten folgende Symptome auf.
- Die Pflanze wächst langsam und sieht dünn aus
- Ältere Blätter verfärben sich hellgrün bis gelb.
- Die Vergilbung beginnt oft am unteren Ende der Pflanze.
- Die Blattadern verändern ihre Farbe zusammen mit dem Rest des Blattes.
Wenn dies Ihrer Pflanze ähnelt, hat sie wahrscheinlich nicht genügend Nährstoffe auf struktureller Ebene erhalten.
Phosphormangel: wenige Wurzeln und schwache Blüte
Phosphor unterstützt die Entwicklung von Wurzeln, Blüten und Früchten.
Bei einem Mangel treten solche Symptome auf.
- Dunkelgrüne Blätter mit einem matten Glanz
- Manchmal violette oder rötliche Verfärbung der Blattadern oder der Blattunterseite
- Schlechte oder fehlende Blüte
- Wenige neue Wurzeln und Triebe
Dieser Mangel ist eher bei Pflanzen zu beobachten, die viel leisten müssen, wie zum Beispiel blühende Zimmerpflanzen.
Kaliummangel: braune Ränder und schwache Pflanzen
Kalium ist wichtig für starke Zellen, den Wasserhaushalt und das Immunsystem. Sie werden dies bei einem Mangel bemerken.
- Die Blattränder verfärben sich gelb, dann braun und trocknen aus.
- Zwischen den Blattadern bilden sich Flecken, insbesondere bei älteren Blättern.
- Die Pflanze sieht schlaff und weniger stabil aus.
- Anfälliger für Schimmel und andere Probleme
Wenn Sie hauptsächlich braune Ränder sehen, während der Rest des Blattes noch recht grün ist, könnte Kalium ein Problem sein.
Magnesiummangel: gelbe Flecken zwischen grünen Blattadern
Magnesium ist ein Bestandteil von Chlorophyll. Ohne Magnesium kann die Pflanze keine Energie aus Licht gewinnen. Typische Anzeichen:
- Gelbe oder hellgrüne Bereiche zwischen den Adern
- Die Nerven selbst bleiben länger dunkelgrün.
- Es beginnt oft mit den älteren Blättern am unteren Ende der Pflanze.
Dies ähnelt mitunter einem Stickstoffmangel, doch bei Magnesiummangel bleiben die Blattadern deutlich grüner als der Rest des Gewebes.
Eisenmangel: gelbe neue Blätter mit grünen Blattadern
Eisenmangel tritt häufig in Blumenerde mit hohem pH-Wert oder in hartem Leitungswasser auf. Sie können ihn an folgenden Symptomen erkennen.
- Junge, neue Blätter verfärben sich schnell gelb.
- Die Nerven bleiben deutlich grün
- Alte Blätter sehen oft noch recht normal aus.
Da vor allem die jungen Triebe gelb werden, lässt sich dieser Mangel leicht von anderen unterscheiden.
Kalziummangel: deformiertes Neuwachstum
Kalzium sorgt für starke Zellwände und gesundes Zellwachstum. Es ist schwer vom Körper aufzunehmen, weshalb es oft zu Problemen kommt.
Achten Sie auf diese Anzeichen.
- Neue Blätter treiben verformt oder runzelig aus
- Blattränder können ausgefranst oder zusammengefallen sein
- Triebspitzen sterben ab
- Die Wurzelspitzen hinken im Wachstum hinterher.
Dieser Mangel macht sich besonders bei schnell wachsenden Pflanzen und Arten bemerkbar, die viele neue Triebe bilden.
Knappheit oder etwas anderes
Nicht jedes gelbe Blatt bedeutet, dass Ihrer Pflanze Nährstoffe fehlen. Manchmal liegt eine andere Ursache vor.
- Alte Blätter am unteren Ende, die gelb werden und abfallen, können auch einfach auf das Alter zurückzuführen sein.
- Schlaffe Blätter können durch zu viel oder zu wenig Wasser verursacht werden.
- Blasse Blätter können auch auf zu viel Sonnenlicht hinweisen.
- Schwarzbraune, matschige Flecken deuten eher auf Fäulnis als auf einen Mangel hin.
Wenn Sie Insekten, Gespinste oder Flecken auf den Blättern sehen, handelt es sich wahrscheinlich eher um einen Schädlingsbefall als um einen Nährstoffmangel.
Was tun Sie, wenn Sie einen Mangel vermuten?
Wenn Sie mehrere Symptome feststellen, die auf einen Nährstoffmangel hindeuten, gehen Sie langsam und schrittweise vor.
- Zuerst Bewässerung und Standort prüfen.
- Prüfen Sie, ob die Pflanze noch in alter, ausgelaugter Blumenerde steht.
- Sorgen Sie für eine gute und vollständige Nährstoffversorgung der Pflanzen gemäß den Anweisungen.
- Am besten ist es, die Dosierung nicht zu erhöhen, sondern sie während der gesamten Wachstumsperiode konstant zu verabreichen.
- Überlegen Sie, ob Sie die Pflanze umtopfen sollten, sobald der Topf vollständig durchwurzelt ist.
Beobachten Sie anschließend das neue Wachstum einige Wochen lang genau. Das wird Ihnen zeigen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind.
Vorbeugen ist besser als Heilen.
Eine Pflanze, die regelmäßig die richtigen Nährstoffe erhält, ist kräftiger, wächst schöner und ist weniger anfällig für Krankheiten. Ein einfacher Düngeplan kann viel Ärger ersparen.
Im Frühling und Sommer einmal wöchentlich bis alle zwei Wochen füttern.
Im Herbst und Winter sollte die Anwendung je nach Pflanzenart seltener oder vorübergehend eingestellt werden.
Düngen Sie immer auf feuchter Blumenerde, nicht auf knochentrockener Erde.
Lieber zu wenig als zu viel
Behalten Sie Ihre Pflanze im Auge. Wenn sie frisch, fest und gleichmäßig grün aussieht, ist die Nährstoffversorgung in der Regel optimal.